Dienstag, 3. Mai 2011

Buchrezension: Nach dem Amok - Myriam Keil






285 Seiten
Altersempfehlung: Jugendbuch
cbt Verlag
(2011) Taschenbuch
ISBN: 9783570307427
Publikationssprache: Deutsch
7,99 Euro






Klappentext:
Einige Monate ist es her, dass David, der fünfzehnjährige Bruder von Maike, zum Amokläufer wurde - und immer noch ist Maikes Welt aus den Fugen. Ihre Eltern tun alles, um die Tat des Sohns zu verdrängen, und in der Schule sieht sich Maike zunehmend einer Wand aus Ablehnung und Misstrauen gegenüber. Auch die Beziehung zu ihrem Freund Yannik bekommt Risse, denn Yanniks bester Freund liegt seit dem Amoklauf schwer verletzt im Krankenhaus. Als dann noch ein Mädchen aus ihrer Clique das Gerücht in Umlauf bringt, Maike habe vorab von dem Amoklauf gewusst, sieht Maike sich einem zunehmenden Mobbing ausgesetzt ...

   
Rezension:
Maike muss sich mit dem Unvorstellbaren auseinandersetzen. Ihr eigener Bruder ist Amok gelaufen. Sie weis nicht warum, es gab keine Anzeichen und sie dachte immer sie und ihr Bruder würden sich nahe stehen. Warum also hat er ihr nichts erzählt?

Wie geht man nun mit so einer Situation um? Ich weis es nicht. Keiner kann es wissen, der nicht in solch einer Situation war. Trotzdem scheint dieses Buch der Realität sehr nahe zu kommen.

Maike wird in der Schule zunehmend ausgeschlossen, als ein Mädchen, dass ihr den Freund ausspannen will, fiese Gerüchte über sie verbreitet. Die Lehrer wissen nicht wie sie mit ihr umgehen sollen und auch ihr Freund Jannik, beeinflusst durch die Tat und die Lästereien, fällt es zunehmend schwer Maike zu verstehen und ihr zu Helfen die Vorkommnisse durchzustehen und zu überwinden. Ihre Eltern leben an sich und ihrer Tochter vorbei und schon der Name ihres Bruders führt regelmäßig zu Streit.
Maike versucht rauszufinden, was ihren Bruder zu dieser Tat bewegt hat, gleichzeitig versucht sie auch das Geschehene zu verdrängen und dies gelingt ihr durch ihre neue Freundin Kim, der sie nichts von ihrem Bruder erzählt hat.

Man kann nicht sagen, dass dieses Buch besonders spannend ist, es ist auch kein "Pageturner". Aber das brauch dieses Buch auch garnicht und ich finde es wäre auch schrecklich unpassend so ein Thema in etwas umzuschreiben dass es nicht ist. Das Buch liest sich gut und flüssig und es kommt zu keiner Zeit ein Gefühl der Langeweile auf.

Die Autorin hat es geschafft einen Eindruck zu vermitteln, wie es mit den Menschen, die einem Amokläufern nahestanden ergehen. Sie können oft nichts dafür, doch werden sie von ihrem Umfeld beschuldigt, gemieden und gemobbt. Keiner fragt wie es ihnen dabei geht wo doch auch ihr Leben durch diese Tat zerstört wurde.

Ein großes Lob möchte ich für das Cover aussprechen. Es ist einfach gehalten und trotzdem sagt es viel aus. Zudem sieht es einfach wunderschön aus.

 

Fazit:
Für Menschen die sich auch mal mit einer anderen Seite dieses doch sehr schweren Themas auseinander setzen möchten ein zu empfehlendes Buch.

 


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