Donnerstag, 26. Mai 2011

Buchrezension: Ugly - Scott Westerfeld





428 Seiten
Altersempfehlung: ab 12
Carlsen Verlag GmbH
(2011) Kartoniert / Broschiert
ISBN: 9783551310064
Publikationssprache: Deutsch
8,95 Euro







Klappentext:
Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die fur alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay fluchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ...

Reihe:
1. Ugly
2. Pretty
3. Special
4. Extra

Rezension:
Ich war wirklich kurz davor es abzubrechen. Ich bin froh, dass ich es nicht gemacht hab!
Ich weiß mittlerweile auch garnicht mehr warum ich es weglegen wollte...*hust*
Das Buch liest sich flüssig und gut, die Seiten fliegen nur so dahin.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und ich konnte mich gut mit der Hauptperson Tally identifizieren. Ihre Wandlung ist allerdings ziemlich vorhersehbar. Ich konnte zischendurch nur nicht verstehen, warum sie David nicht gleich die Wahrheit gesagt hat. Aber man beobachtet das Geschehen ja auch von oben herab, und ich wüsste nicht wie ich mich verhalten hätte, wenn ich in ihrer Situation gewesen wäre.
Auch der Charakter David gefällt mir sehr gut. Er passt ziemlich gut in dieses Buch, denn es gibt immer und wird immer Rebellen geben sobald bemerkt wird, dass nicht alles was glänzt Gold ist.
Was mich ziemlich fasziniert hat, war wie die Menschen in dieser Dytopie denken. Unter anderem über uns, die Rusties. Wir waren die verrückten Weltzerstörer die ohne Grenzen Rohstoffe verbrauchen und Tiere umbringen. Naja, so kann man es auch sehen.^^
Die Menschen in diesem Buch bekommen schon von Geburt an eingetrichtert, dass alle Menschen, die nicht der gängigen Schönheitsvorstellungen entsprechen bedingungslos hässlich sind. Um dieses Denken zu festigen sprechen sich die Uglys gegenseitig mit ihren Makeln an, zum Beispiel Scheelauge oder Riesennase.
Nach der OP sehen alle so ziemlich gleich aus und wirken auch von ihrer Mentalität her komplett verändert. Die Prettys nennen es "Erwachsen werden", doch in Wirklichkeit ist diese Mentalitätsveränderung das größte Geheimniss des Staates. Erst mit der Zeit lernt Tally, dass Menschen auch individuell und ohne Schönheitsoperation schön sein können und merkt, dass bei der OP nicht nur das Aussehen verändert wird.

Anbei: das Buch ist ein Jugendbuch und ist dementsprechend "harmlos".
Das Cover finde ich sehr gelungen, jedoch sieht man dem Buch nicht mehr an, dass es eine Dystopie darstellen soll. Es verdeutlicht allerdings sehr gut, was für eine Mentalität unter den Menschen herrscht. Denn das Gesicht auf dem Cover würde ich als ziemlich hübsch bezeichnen, gilt in dieser Welt allerdings als hässlich und muss operiert werden.
Das Buch kritisiert den allgegenwärtigen Schönheitswahn und einerseits ist es verständlich, dass alle Menschen hübsch sein wollen und damit alle Vorteile der von Geburt aus Schönen aus dem Weg geräumt werden, aber andererseits, wer will schon genauso aussehen wie alle anderen?

Fazit:
Ein gutes Buch, mit interessanter Gesellschaftskritik. Bin sehr gespannt auf den zweiten Teil :)


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