Montag, 6. Juni 2011

Buchrezension: Bunter Hund - Nora Wolff


 


 278 Seiten
Altersempfehlung: ab 16
Verlag: Cursed Publishings

(2011) Taschenbuch
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3981258523
Preis: 6,95€







Klappentext:
Als der Ausreißer Maxi das altersschwache Fahrrad des mittellosen Abiturienten Vincent mitgehen lässt, ahnt er noch nicht, wie schnell er diesem wieder gegenüberstehen wird. Mit einer Lüge bringt er Vince dazu, ihn bei sich aufzunehmen und nicht nur der mürrische Gastgeber fühlt sich schon bald mehr zu seinem Untermieter hingezogen, als gut für ihn ist. Denn hinter Maxi steckt mehr, als die Fassade des frechen Punks vermuten lässt. Schnell sind beide in einem Netz aus Heimlichkeiten, Zuneigung und Misstrauen gefangen, aus dem es kein Entkommen gibt...

Rezension:
Eigentlich fand ich das Buch garnicht schlecht. Es liest sich flüssig und angenehm, der Schreibstil erinnernt zwar ziemlich an eine Fanfiction, aber das mag ich eigentlich ganz gerne. Natürlich ist es in Alltagssprache geschrieben. Bei jedem Kapitelanfang verändert sich die Sichtweise. Mal ist es aus Maxims Sicht, mal aus Vincents Sicht geschrieben.
Jetzt kommen wir zum uneigentlich. Maxi ist für Vince am Anfang so unausstehlich (und manchmal nervte er wirklich ein bisschen) und plötzlich liebt er ihn. Für mich irgendwie unverständlich. Verliebt man sich nicht nur in Menschen die man wenigstens ein bisschen leiden kann? Da man auch Vinces Gedanken und Gefühle mitbekommt durch die wechselnde Perspektive bekommt man natürlich mit dass er Maxi in einer Sekunde noch als nervigen Freak bezeichnet, und von jetzt auf gleich ist er süß, etc..
Maxis Gefühle waren für mich eher nachvollziehbar. Für ihn ist Vince der grimmige Samariter, der seine gute Seite zu verstecken versucht, sie aber immer wieder zum Vorschein kommt. Seine Entwicklung hat mir gut gefallen und am Ende mocht ich ihn um einiges mehr als Vince.
Das Ende ist auch so ein Thema. Für mich kam es als gestelltes, klischee Szenario, dass noch einmal Spannung erzeugen soll, die aber nicht aufkommt, da es eh klar ist wies ausgeht, rüber. Ich will jetzt natürlich nichts verraten, aber auch hier konnte ich Vinces Wandlung nicht wirklich verstehen.
Genauso unverständlich ist für mich Patrizias Charakter. Diese blöde Pute, die was von Vince will, obwohl er ihr 1000 Mal sagt, dass er Schwul ist. Völlig nervig und meiner Meinung nach deplaziert. Sie dient nur dazu um die Sache zwischen Vince und Maxi ins Rollen zu bringen, durch diese klischeehafte und peinliche "Rettungsaktion" die Maxi da startet. Hat mir nicht gefallen.
Einzig die Oma von Vince und die Eltern von Maxi fand ich wirklich gut gelungen. Die Oma überzeugt durch den Charme den Omas nun mal haben, auch wenn sie nicht oft vorkommt. Vince Verhalten ihr gegenüber ist dann wieder ein anderes Thema...
Maxis Eltern sind genau die richtige Mischung aus Strenge und Liebe zu ihrem Sohn, die ich an dieser Stelle erwartet habe.
Das Cover und die Illustrationen finde ich übrigens sehr gelungen.
Auch die Rückseite finde ich passend, wo nichmal die Oma und Patrizia abgebildet sind. Gut durchdacht. Schlicht aber schön.

Fazit:
Alles in Allem muss ich sagen, dass das Buch jetzt nicht supergut ist, aber immnoch gut genug war um mich etwas zu fesseln und mich gut zu unterhalten.



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