Freitag, 29. Juli 2011

Buchrezension: Sie haben mich verkauft - Oxana Kalemi






Subtitel: Eine wahre Geschichte
352 Seiten
Bastei-Lübbe Verlag

(2009) Taschenbuch
ISBN: 9783404616541
Publikationssprache: Deutsch
7,99 €





 
Klappentext:
Es sollte ein Job für drei Monate sein, als Kellnerin in einem Club in Rumänien. Sie braucht das Geld für die Zukunft ihrer drei kleinen Kinder. Doch was sie dort in Wirklichkeit erwartet, ist ein wahrer Albtraum, kaum vorstellbar im 21. Jahrhundert: Der Club ist ein Bordell, ihre neuen Arbeitgeber entpuppen sich als europaweit agierende Menschenhändler. Eine schreckliche Zeit voller Angst und Gewalt beginnt, Oxana wird immer wieder verkauft, nach Italien, Deutschland, England verschleppt. Doch ihr gelingt das Unglaubliche, sie gibt niemals die Hoffnung auf und schafft es sich zu befreien. Ein erschütternder Bericht über die dunkelste Seite unserer Gegenwart.

Rezension:
Noch ein Schicksalsroman, das bekannte Thema Menschenhandel, ist das Buch deshalb nichts besonderes? Doch! Die Geschichte handelt von Oxana, schon in jungen Jahren geschändet, bereits mit 15 Mutter. Sie versucht alles in ihrer Macht stehende um ihren Kindern ein gutes Leben, oder zumindest ein Überleben zu ermöglichen. Denn mit einem drogensüchtigen, immer gewaltbereiten und arbeitslosen Ehemann ist das nicht leicht. Nachdem ihr Mann im Gefängnis landet sieht Oxana keinen anderen Ausweg mehr, als ins Ausland zu gehen um zu Arbeiten. Das geht auch noch die erste Zeit gut, doch dann vertraut sie den Falschen Menschen und findet sich in einer nie enden wollenden Spirale aus Angst, Gewalt und Prostitution wieder.
Man leidet vom ersten Augenblick mit Oxana. Ihr Schicksal ist ergreifend, die ständige Sorge um ihre Kinder lässt nicht nur sie, sondern auch den Leser nahezu verzweifeln. Wird Oxana es schaffen aus dem Kreis auszubrechen, kann sie vor ihren Zuhältern fliehen? Wird sie es schaffen ihre Kinder wiederzusehen? Bitte lass es ihr doch einmal gutgehen! Seit der Scheidung ihrer Eltern ging es ihr kein einziges Mal wirklich gut. Das war mit 15, am Ende des Buches ist sie 29 und noch immer ist ihr Weg nicht ganz beendet. Ein wirklich ergreifendes Schicksal.
Ich konnte Oxana irgendwann einfach nur bewundern. Sie hat es geschafft durchzuhalten, für ihre Kinder und für dich. Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben. Sie hat es geschafft 3 fremde Sprachen zu lernen und spricht am Ende des Buches fließend Russisch, Italienisch, Türkisch und Englisch.
Schockiert hat mich, wie einfach und plötzlich diese Frauen von diesen Menschenhändlern geschnappt wurden. "Steig in das Flugzeug, ein Freund holt dich ab, du kriegst nen guten Job" und schwupps findet man sich als Gefangene und Sklavin wieder.
Das Buch ist fesselnd, gut geschrieben und einfach nur lesenswert! Das Cover finde ich sehr gelungen, genauso wie den Titel.

Fazit:
Ein gelungenes Buch, das die Geschichte einer starken und zugleich verzweifelten Frau erzählt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen