Donnerstag, 15. März 2012

Buchrezension: Pandemonium - Lauren Oliver





400 Seiten
Altersempfehlung: ab 14
Carlsen Verlag GmbH
(2012) Gebunden
ISBN: 9783551582843
Publikationssprache: Deutsch
17,90 Euro




375 Seiten
Young Adult Fiction
Publisher: Harper Collins
(2012) Hardcover
ISBN: 9780061978067
Sprache: Englisch
17,99$







Klappentext:
Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.

Reihe:
1. Delirium
2. Pandemonium
3. Requiem (2013)


Zur Aufmachung:
Das englsche Cover ist ähnlich schön wie von Band 1, und deutet mit den Pflanzen, die in Delirium noch eher im Hintergrund waren, und nun ziemlich im Vordergrund stehen auf Lenas Zeit in der Wildniss hin. Finde ich sehr passend auch wenn das Normalo-YA-Gesichtscover normalerweise nicht meine erste Wahl wäre. "Pandemonium" heißt übersetzt "Hölle, Tumult, schreckliches Chaos oder wildes Durcheinander" und passt sehr gut für einen zweiten Band einer Triologie. Wärend man bei "Delirium" an der Krankheit leidet, wird es bei "Pandemonium" immer schlimmer und erreicht seinen "Höhepunkt" bei "Requiem" (Totenmesse / Dieser Titel verspricht schonmal einen Atemberaubenden Band 3 xP).
Das deutsche Cover ist zwar aussergewöhnlich und sieht auch ganz gut aus, passt aber leider überhaupt nicht zur Story. Bei Band 1 passte es und hier mussten sie das Thema wieder aufgreifen, aber was mit dem Buch zu tun hat es nicht.

Rezension:
Sehnlichst habe ich diese Fortsetzung erwartet, bestellt habe ich es noch vor dem Erscheinungsdatum, gelesen habe ich es innerhalb eines Tages, ich liebte es, und genauso hasste ich es. Ich kann es nur eine Hassliebe nennen, es gibt kein besseres Wort dieses Buch zu beschreiben.
Das Buch spielt immer abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Gegenwart ist Lena in New York City. Als Undercover-Rebellin ist es ihr Auftrag Julien, den Sohn des Leiters der größten Befürwortergruppe der "Heilung", auszuspionieren. Dies spielt circa ein bisschen mehr als ein halbes Jahr nach ihrer Flucht aus Portland. Die Vergangenheit behandelt die Zeit dazwischen: Wie ist es ihr in der Wildniss ergangen?, Was hat sie gelernt, gesehen, erlebt? und Wie ist sie zu dem geworden was sie jetzt ist?
Dieser immer wiederkehrende Wechsel der "Perspektive" mit jedem Kapitel hat mich unglaublich genervt, denn immer dann wenn es bei dem einen spanndend wurde, wechselte es zu dem anderen. Sowas reist mich aus dem Lesefluss und bei mir ist da das "Ich überspringe jetzt ma das Kapitel um zu sehen wies weitergeht"-Potential groß. Andererseits war es ein Geniestreich der Autorin. Denn so wurde ihr die Möglichkeit gegeben Zeitsprünge in Lenas Vergangenheit einzubauen, und damit Unwichtiges wegzulassen. Ich hatte nie den Eindruck, dass auch nur ein Wort zu viel war.
Stellen wir uns mal vor, es wäre alles Chronologisch verlaufen. Dann wäre es einerseits total verwirrend, wenn zwischen jedem Kapitel 2 Wochen oder sogar ein ganzer Monat einfach fehlt (Das hasse ich sogar zwischen zwei Büchern, wie wird es dann in einem Buch sein?!), aber andererseits wäre es total langweilig gewesen wenn Lauren Oliver immer wieder den Alltag hätte beschreiben müssen: "Und heute war ich wieder Wasserholen"  (und das auf jeder zweiten Seite) ist ätzend im Vergleich zu "Vor einem Monat war ich zum ersten Mal Wasserholen, und melde mich seit dem immer freiwillig...".
Mit dieser Zeitsprung Methode gelang es der Autorin neben der "eigentlichen" Story sehr gut zu vermitteln, wie es Lena ergangen ist und wie sie sich entwickelt hat. Trotzdem hat es mich genervt (Hassliebe xD)
Ein Aspekt des Buches den ich sehr mochte war hierbei die Entwicklung Lenas, sie ist erwachsen geworden, sie ist stärker, schlauer, schneller, kennt die Wahrheit und weis jetzt was wirklich wichtig ist, trotzdem bleibt sie noch sie selbst und wird keine "kalte Kriegerin" wie man es vielleicht erwarten könnte.
Neben der "neuen" Lena, werden uns in diesem Buch viele neue Charaktere vorgestellt. Da sind einmal die "Invaliden" mit denen Lena ihre Zeit in der Wildniss verbringt und dann natürlich Julien. Auch mit diesen Charakteren verband mich eine Hassliebe. Wer das Buch liest wird sicher sofort merken wie toll Julien ist, trotzdem hat der Leser (und Lena natürlich auch) immer noch Alex im Hinterkopf und man schwankt zwischen schlechtem Gewissen und der absoluten Unterstützung. Auf die Invailden gehe ich jetzt mal nicht zu sehr ein, ich möchte nicht zu viel verraten.
Nun noch zum Ende, auch hierzu verrate ich nichts, aber so viel kann ich ja verraten: Ich habe es gehasst. So sehr wie ich den Rest des Buches liebte, so sehr hasste ich das Ende und ich muss ehrlich sagen, dass es mir so ein bisschen das ganze Buch versaut hat (Facebookaufreger inklusive xD).

Fazit:
Eine Fortsetzung die mir noch besser gefällt als Band 1, und einen nach Band 3 lächzen lässt. Wegen dem Ende gibt es aber Abzug...


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