Dienstag, 24. April 2012

Buchrezension: Die Tribute von Panem: Flammender Zorn - Suzanne Collins





430 Seiten
Altersempfehlung: ab 14
Oetinger Friedrich GmbH
(2011) Gebunden
ISBN: 9783789132209
Publikationssprache: Deutsch
18,95 Euro










 
390 Seiten
Altersempfehlung: ab 12
Scholastic
(2010) Gebunden
ISBN: 9780439023511
Publikationssprache: Englisch
17.99 $ 






Klappentext:
Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt ...  

Infos am Rande:
"Flammender Zorn" ist der dritte und lezte Band der Panem Triologie. Band 1 ist "Tödliche Spiele" und Band 2 heißt "Gefährliche Liebe".

Zur Aufmachung:
Wie schon bei den zwei vorherigen Bänden ist sowohl Cover als auch Titel in der englischen Ausgabe um WELTEN besser. *Hass gegen mainstream-Mädchen-Face-Cover*

Rezension:
Ich habe sehr viele verschiedene Meinungen zu diesem Buch gehört. Entweder man liebt es oder man hasst es, wobei es die meisten zu hassen scheinen. Ich weis nicht woran es lag bei mir, wahrscheinlich daran, dass ich mir so viel Zeit zwischen den drei Büchern gelassen habe, aber ich habe es GELIEBT!
Dieses Buch war einfach der perfekte Abschluss einer Reihe, die mir einfach nur das Hirn weggeblasen hat. Hier hat einfach alles gestimmt. Die Atmosphäre, die Gefühle und die Gedanken von Katniss haben mich das Buch so intensiv erleben lassen wie kaum eines davor.
Katniss hat mich auch hier vollkommen überzeugt. Sie ist zwar nicht umbedingt ein super sympathischer Charakter, aber sie ist so echt und präsent, dass sie hier gut als echter Mensch  neben mir stehen könnte. Sie weis die meiste Zeit eigentlich garnicht was mir ihr passiert, sie stolpert von einem Ereignis ins Nächste und möchte eigentlich immer nur das Beste und entscheidet demnach immer nach bestem Gewissen, immer darauf bedacht das Überleben derer, die ihr nahestehen, zu sichern. Sie sieht sich selbst nicht als liebenswürdigen Menschen, aber genau das macht sie zu einem, sie ist nicht im geringsten Eingebildet. Sie wird, trotz ihrer Art, zu einer guten Freundin die man einfach nur bewundern kann.
Ich mochte, dass man in diesem Buch endlich mal mehr von Gale erlebt, und gleichzeitig muss ich sagen, das er sich nicht als der Charakter rausgestellt hat den ich mir vorgestellt habe. Ich mag ihn nicht in diesem Krieg. Er ist die Art Mensch, die alles Negative was ihm wiederfährt zehnfach zurückzahlen will, und dabei kann er sehr grausam werden. Dadurch konnte er bei mir überhaupt nicht punkten.
Peeta hingegen ist liebenswürdig wie immer, auch wenn das Wiedersehen zwischen ihm und Katniss nicht abläuft wie erwartet. Ihm und Katniss wird es, durch die Dinge die ihm wiederfahren, allerdings ermöglicht einen fast komplett frischen Start hinzulegen und das hat mir sehr gut gefallen.
Bei den Rebellen fragte ich mich öfter, ob sie sich sicher sind, dass sie nicht doch aufs Snows Seite stehen. Denn in Sachen Grausamkeit, Mediengeilheit, Manipulation und irgendwie auch in allem anderem unterschieden sie sich kaum. (Hass to Präsidentin Coin an dieser Stelle.) Dies gefiel mir ziemlich gut. Es gab hier kein Schwarz und Weis, irgendwie waren alle durch ihren Hass und dem was ihnen wiederfahren sind auf der selben Seite, jeder verfolgt seine eignen Interessen, und in der Mitte steht Katniss, die nun das beste daraus zu machen versucht.
Viele kritisieren, dass das Ende vom Ende, also die finalen Ereignisse viel zu kurz gekommen sind, aber genau das finde ich nicht. Natürlich ist es kurz und alles geht sehr schnell, aber anders hätte es nicht sein können. Am Ende ist Katniss so gebrochen und fertig, wer bitte kann sich da noch vorstellen, dass sie als starke Heldin in einem epischen Zweikampf das Böse besiegt?! Also ich nicht. Sie ist ein armes Mädchen auf dessen Seele man immer und immer wieder eingeprügelt hat, bis kaum noch etwas übrig ist. Gut war hierbei auch, dass Suzanne Collins das so gut beschrieben hat wie es ihr geht, sodass ich die ganze Zeit mit ihr mitfühlen konnte. Umso schöner war dann die Vorstellung, einer besseren Zukunft für sie und alle anderen.
Ich frage mich immer wieder, was die Menschen die das Buch kritisieren sich vorgestellt haben?! Katniss im Brautkleid auf dem Schoß ihres Prinzen zu Pferd schießt, bevor sie in die Kirche reiten, Snow schnell einen Pfeil durchs Herz und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende oder was?! Nene, Leute, das ist schon in Ordnung so wie es ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele Katniss immer an vorderster Front sehen wollten. Aber Leute, diese Buchreie ist eine Medienkritik, natürlich musste dann deren perversion im Krieg durch Propaganda nocheinmal aufgezeigt werden. Katniss ist außerdem viel zu wertvoll um sie frei in den Tod zu schicken.
Dieses Buch regt einen zum Nachdenken an, erinnert uns an die Grausamkeiten eines Krieges und warnt uns, vor einer Zukunft, die keiner gerne erleben möchte und gleichzeitig vor der Richtung die die heutigen Medien immer mehr einschlagen. (Stichwort: Perversion, das was die Leute sehen wollen ist Sex, Tod/Blut und Bloßstellung)
Nun noch zum Abschluss, etwas das ich noch loswerden möchte. Den Epilog hätte Suzanne Collins weglassen sollen. Ein offeneres Ende hätte hier definitiv besser gepasst.

Fazit:
Ein perfekter Abschluss der Reihe.


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