Donnerstag, 26. April 2012

Buchrezension: Seelen - Stephenie Meyer







861 Seiten
Altersempfehlung: ab 14
Carlsen Verlag GmbH
(2008) Gebunden
ISBN: 9783551581907
Publikationssprache: Deutsch
24,90 Euro





Klappentext:
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat. Bis sie sich in Ian verliebt ...

Zur Aufmachung:
Sowohl Cover als auch Titel sind einfach perfekt gewählt. Der Originaltitel "The Host" passt aber genauso gut. 

Rezension:
Dieses Buch hatte ich ewig auf dem SuB, nicht weil ich es nicht lesen wollte, sondern weil ich um Bücher mit über 800 Seiten anzufangen, erstmal etwas Überwindung brauche. Nun was soll ich sagen, ich fand das Buch sehr gut. Bevor ich jetzt was zum Schreibstil sage, muss erwähnt werden, dass das mein erstes Buch auf Deutsch seid 4 Monaten war, deshalb fand ich es am Anfang ganz furchtbar. Wer sich so intensiv mit der englischen Sprache beschäftigt wie ich (tägliches Sprechen, lesen und hören), dem wird bestimmt auch aufgefallen sein, dass Englisch im Gegensatz zu Deutsch eine sehr sanfte, angenehme und schöne Sprache ist. Als ich die ersten 5 Seiten von Seelen gelesen hatte wollte ich mich fast übergeben weil ich die deutsche Sprache so furchtbar fand. Das hat jedoch nichts mit dem eigentlichen Schreibstil von Stephenie Meyer zu tun, der ist nämlich alle andere als schlecht. Er ist angenehm, mitreissend, flüssig und in einem auswogenen Maß detailreich, sodass man ihn einfach nur lieben kann. Die Biss-Reihe hat bestimmt nicht so viele Fans weil die Story so toll ist (haha, Witz), sondern weil Stephenie Meyer einfach schreiben kann.
Es handelt sich hier um einen ScienceFiction Roman der auch Menschen gefällt, die das Genre nicht mögen (wie zum Beispiel ich), denn das primäre Thema sind nicht Aliens und Weltraum, sondern Liebe, Loyalität, Moral und ganz besonders die Fehler der Menschheit. Das Buch zeigt auf, wie wir Menschen sein könnten, wären wir nicht so egoistisch, machthungrig, streitlustig und schlecht. Die Seelen die die Menschheit besetzt haben, haben aus ihr eine Zivilisation gemacht, die komplett ohne Gewalt leben kann. Keiner Lügt, keiner Betrügt, man braucht kein Geld, denn alle nehmen sich nur so viel wie sie brauchen, und geben der Gesellschaft wieder etwas zurück. Es gibt keine Kriege, man muss keine Angst mehr haben, alle sind freundlich und es herrscht einfach eine pure Harmonie.
Wanda ist als Hauptcharakter einfach toll, ganz besonders gefiel mir hier, dass man die Geschichte nicht wie üblich aus der Sicht des "armen" Menschenmädchens, sondern aus der eines außerirdischen Wesens erfährt. Während man eigentlich glauben könnte, die Seelen wären die bösen, so ist es doch gerade umgekehrt, die Menschen sind hier die vor denen man Angst hat und die etwas Schlechtes machen. Viele kritisieren Wandas Charakter, denn sie ist wie jede Seele, aufopferungsvoll, friedfertig und tut keiner Fliege etwas, aber so sind Seelen nun mal. Man kann jemanden oder etwas nicht für das kritisieren was er ist, oder kritisierst du einen Hund dafür, dass er bellt und mit dem Schwanz wedelt?! Die Nebencharaktere sind einfach nur super toll, ganz besonders mochte ich Ian und Jamie, Melanie und Jared mochte ich nicht wirklich (aber sie passen sehr gut zusammen).
Man merkt in diesem Buch einfach, dass die Autorin sich Gedanken gemacht hat, denn die Story ist einfach nur richtig gut durchdacht. Das einzige, dass ich als Kritikpunkt anzuführen habe, ist der langsame Einstieg auf den ersten 150 Seiten. Für mich persönlich war das nicht schlimm, ich befürchte allerdings, dass viele das Buch dadurch vorzeitig abbrechen. Wenn man jedoch einmal diese Phase geschafft hat besteht das Buch aus Spannung pur.
Das Ende war jetzt nicht umbedingt überraschend oder außergewöhnlich, aber wir wissen ja alle, dass Stephenie Meyer gerne, für alle zufriedenstellende, Happy Ends schreibt.
Jeder der hier etwas wie die Biss-Reihe erwartet, wird enttäuscht sein, denn es ist etwas völlig anderes. Aber die jenigen, die einfach nur ein gutes Buch lessen wollen, werden hier mehr als nur zufrieden gestellt!

Fazit:
Ein sehr gutes Buch, mit viel Gefühl, einem Alien als Protagonistin, die man einfach nur lieben kann und einer tollen Handlung.


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