Mittwoch, 16. Mai 2012

Buchrezension: Vollendet - Neal Shusterman





432 Seiten
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Bibliographisches Institut, Mannheim
(2012) Gebunden
ISBN: 9783411809929
Publikationssprache: Deutsch
16,99€



335 Seiten
Altersempfehlung: ab 13
S&S BOOKS FOR YOUNG READERS
(2009) Kartoniert / Broschiert
ISBN: 9781416912057
Publikationssprache: Englisch
9.99 USD







Klappentext: 
In a society where unwanted teens are salvaged for their body parts, three runaways fight the system that would "unwind" them
Connor's parents want to be rid of him because he's a troublemaker. Risa has no parents and is being unwound to cut orphanage costs. Lev's unwinding has been planned since his birth, as part of his family's strict religion. Brought together by chance, and kept together by desperation, these three unlikely companions make a harrowing cross-country journey, knowing their lives hang in the balance. If they can survive until theireighteenth birthday, they can't be harmed -- but when every piece of them, from their hands to their hearts, are wanted by a world gone mad, eighteen seems far, far away.


Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren „umwandeln“ lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber … wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot? 

Reihe:
1. Unwind - Vollendet (August 2012)
2. Unwholly (erscheint am 28.8.12) 
3. ?

Zur Aufmachung:
Das englische Cover finde ich ganz gut, auch wenn es das Buch gruseliger erscheinen lässt als es ist. Die Gedanken dazu wie es wohl mi der Identifikation läuft, wenn jemand einen neuen Arm, mit neuen Fingerabdrücken, bekommt, sind sicher in dieses Cover miteingeflossen. Passt eigentlich ziemlich gut. Einen besseren Titel gibt es nicht.
Die Deutsche Aufmachung ist wie fast immer: fail! Hallo, ein Buch in das es ums auseinanderschnippeln von Teenagern geht "Vollendet" zu nennen, erfordert doch schon fast ein geistiges Koma?! Und das Cover, grau mit Kratzern, bissl Blut - nichtssagender gehts doch kaum?!

Rezension:
Ich bin ziemlich geteilter Meinung über dieses Buch.
Auf der einen Seite empfand ich die Entwicklung der Geschichte sehr gelungen, die Idee erfrischend neu und die vielen verschieden Perspektiven interessant.
Das war aber schon alles was ich an diesem Roman gut fand.
Auf der anderen, negativen, Seite steht an erster Stelle schonmal der Schreibstil, denn den fand ich schrecklich. Auf den ersten 50 Seiten habe ich schon gedacht ich müsste das Buch abbrechen, Neal Shustermans Art zu schreiben war für mich als würde jemand mit seinen Nägeln über eine Tafel kratzen. Ich komme einfach mit diesem Allwissenden-Erzähler nicht klar. Ich habe nichts gegen Bücher die in der dritten Person geschrieben sind, aber Sätze wie "Hätte er besser aufgepasst wäre er vielleicht da schon misstrauisch geworden." nehmen mir einfach komplett die Spannung, denn ich weis, gleich passiert was. Zudem konnt ich mich durch die Distanz die der Erzähler wahrt, nicht in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Sie kamen einfach überhaupt nicht an mich ran, und blieben auch bis zum Ende des Buches sehr blass und eindimensional. Am wenigsten nachvollziehen konnte ich dabei Lev, dessen Entwicklung für mich überhaupt keinen Sinn gemacht hat. Der Autor hat hier versucht ein Buch aus verschiedenen Perspektiven zu schreiben, aber irgendwie auch doch nicht, denn im Grunde ist es ja ein und der selbe der erählt. Meiner Meinung nach wäre das Buch um einiges besser gewesen wenn der Autor hier die "Ich"-Perspektive gewählt hätte. Auch in dieser kann man von verschiedenen Sichtweisen erzählen.
Auch wenn ich die Idee als gut empfinde, gibt es jedoch auch hier etwas zu kritisieren. Ich hatte die meiste Zeit das Gefühl, dass Neal Shusterman hier überhaupt nich nachgedacht und die Geschichte ausgebaut hat, sondern gleich nach finden der Idee anfing zu schreiben. Okay, es gab einen Krieg, aber warum, wieso, zwischen wem genau und überhaupt war für mich nicht im geringsten logisch. Es ging um Abtreibung, aber wie kann dann das Ergebniss sein, dass Eltern ihre 13-17 Jährigen Kinder ausschlachten lassen können. Ähm hallo?! Es würde ja vielleicht Sinn machen wenn man irgendwie was gegen Überbevölkerung machen müsste, aber so?
1. Normale Eltern lieben ihre Kinder, no matter what. Eltern die sowas wirklich tun würden und ihre Kinder hassen, sind selten, wirklich selten. Außerdem sind z.B. Connors Eltern normal, denn den anderen Sohn behalten sie ja. Ich kann mich nicht vorstellen, dass Eltern sowas tun würden. Außerdem hat man in 13-17 Jahren schon so verdammt viel in ein Kind investiert, dass es sich schonmal finanziell garnicht lohnt.
2. 13-17?! Warum? Haben Jugendliche in dem Alter auf einmal ihr Recht zu leben verloren, und bekommen es mit 18 dann wieder? Was soll das, das macht keinen Sinn! Vorallem ist Abtreibung verboten. Das heißt ich darf keinen Zellhaufen und dann Fötus töten, aber einen entwickelten Teenager mit Herz, Verstand und Persönlichkeit? Achja, nein, er stirbt ja nicht, seine Einzelteile leben ja in anderen Menschen weiter. Aber das seine Persönlichkeit dann nicht mehr existiert zählt nicht oder was....?
3. Die Teenager müssen bei Bewusstsein sein während der Prozedur. Auch wenn sie nichts spüren ist das einfach nur krank.
Also, jetzt mal ernsthaft. Ich hätte verstanden, wenn man sagt, dass Mörder und Vergewaltiger das Recht zu Leben verloren haben und somit ausgeschlachtet werden, oder dass alle Menschen, ausnahmslos, Organspender sein müssen, oder vielleicht sogar noch, dass jugendliche Weisenkinder sich dem Stellen müssen. Aber das Eltern ihre Kinder dafür abgeben versteh ich wirklich nicht. Nein. Garnicht.
Trotzdem war das Buch doch in einem gewissen Maße spannend und wer sich an dem Schreibstil nicht so sehr stört wie ich, und der mal die ganzen Logik Aspekte außer Acht lässt, wird auch seine Freude hieran haben. Aber es gibt definitiv besseres auf dem Dystopiemarkt.

Fazit:
Ein sehr gutes Buch, dessen Schreibstil es für mich leider versaut hat.


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