Dienstag, 29. Mai 2012

[TAG] - Lesen bildet


1. Ist Lesen nur etwas für intelligente/gebildete Menschen?
Kommt drauf an. Das mag jetzt vielleicht gemein klingen, aber ich stelle vermehrt in meinem Freundeskreis fest, dass Menschen mit Abitur sehr gerne und oft zu Büchern greifen und Menschen mit Realschul- oder Hauptschulabschluss eher nicht. Gerade erst bei meinem Trip nach Boston hat meine Sitznachbarin im Bus gesagt "Du liest ja wie eine Maschiene, ich glaube das letzte Buch, dass ich gelesen habe war ein Schulbuch." und das ist mehr als 6 Jahre her. Generell erhebe ich jetzt mal die Behauptung, dass statistisch mehr Menschen mit Hochschulabschluss zum Buch greifen als Menschen ohne.
Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Meine Mutter zum Beispiel hat Realschulabschluss und liest teilweise mehr als ich, und dabei ist noch zu beachten: nicht jeder der intelligent ist hat Abitur. Mein Vater dagegen, hat einen Doktortitel und liest garnicht. Ich stelle aber auch oft fest, dass man umso lieber liest, desto älter man wird. 
Dann kommt es auch immer noch auf das Buch an. Man muss nicht besonders intelligent sein um zB Feuchtgebiete zu lesen. Aber das Buch von Thilo Sarazin zB, wird kein "dummer" Mensch lesen.

2. Welchen Einfluss hat der Schulabschluss/die Ausbildung auf die Literaturauswahl?
Keinen Großen. Ich habe Abitur und ich lese am liebsten Jugendliteratur, dass ja wahrlich nicht anspruchsvoll ist.

3. Muss man die Klassiker gelesen haben um gebildet zu sein? Warum?
Ich finde nein. In der Schule mussten wir einige Klassiker lesen, und ich fand sie alle durch die Bank weg, schrecklich langweilig. Wenn ich so ein gelbes Reklam Ding schon sehe, ergreife ich schreiend die Flucht. Das Einzige, dass man vielleicht gelesen haben sollte ist für mich, Romeo und Julia.

4. Sinnfreie und sinnvolle Schullektüre? Beispiele?
Sinnfrei finde ich Bücher, die die Schüler einfach nur langweilen, dadurch wird weder der Unterricht besser noch lernt irgendjemand was, weil keiner Lust hat. Darunter zählen auch Klassiker (Jaja ich weis, das gehört dazu, aber lasst uns doch einfach den Film schauen und fertig. Meine Lehrerin lies uns dabei immer mitlesen, dass war ein guter Kompromiss.) und vorallem in Englisch hat mich gestört, dass wir immer nur Schrott lesen mussten. Lasst die Schüler in Englisch doch selbst wählen was sie lesen wollen. In den USA liest man übrigens viel coolere Bücher in der Schule.
Generell finde ich es sinnlos wenn man dazu gezwungen wird etwas zu lesen. Denn der Zwang kommt automatisch mir Rebellion, also dem Unwillen zu lesen, einher.

5. Haben Bücher einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Charakters/der Persönlichkeit? Welchen?
Ich finde Ja. Ich persönliche lerne immer etwas bei einem Buch. Das Buch, bei dem ich wohl am meisten mitnehmen konnte war "Tote Mädchen lügen nicht", denn man erfährt dabei, wie auch der kleinste Spaß jemanden verletzen kann, wie unbewusst Mobbing teilweise von Statten geht und dass man auf seine Mitmenschen mehr achten sollte. Auch von der "The Hunger Games"-Serie habe ich einiges mitgenommen. Unter anderem, wei krank die Medien sein können, dass nicht alles Schwarz und Weiß ist und dass man alles schafft, wenn man es nur will.
Im Grunde beeinflussen alle Bücher den Charakter, denn aus jedem nimmt man irgendwas für sich mit. Manches wird über die Zeit wieder vergessen, aber dafür kommt auch immer wieder Neues hinzu.

6. Wie kann man Menschen zum Lesen animieren?
Gute Frage. Ich habe schon Menschen dadurch animiert, dass ich ihnen so lange von einem Buch vorschwärme, dass sie es irgenwann auch lesen wollen. (Beispiel: Die Tribute von Panem haben mind 5 Leute wegen mir gelesen.)
Wenn betreffender Mensch aber wirklich nicht von sich aus lesen will kann man ihn dazu auch nicht animieren.

7. Gibt es Bücher die "Dümmer'" machen? Welche?
Bestimmt... Das kommt aber auch immer auf den Menschen an, der es liest. Wenn man jetzt zum Beispiel, ein Buch nimmt in dem eine bestimmte Meinung vertreten wird (Bsp. "Homosexualität ist eine Sünde", "Abtreibung ist gegen Gott", "Frauen gehören in die Küche") und der Leser diese Meinung übernimmt, dann entwickelt er sich dabei, im Vergleich zur Gesellschaft, zurück.

8. Wer nicht liest bleibt dumm?
Nein. Nehmen wir wieder meinen Vater als Beispiel. Er liest garnicht (ausser Zeitung) und ist ein sehr intelligenter Mann. Aber er hat einfach nicht die Zeit zum Lesen, er arbeitet sehr viel. Wenn er mal Freizeit hat, verbringt er sie eben lieber mit der Familie.

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