Mittwoch, 31. Oktober 2012

Buchrezension: Solange die Nachtigall singt - Antonia Michaelis




447 Seiten
Altersempfehlung: ab 14
Oetinger Friedrich GmbH
(2012) Gebunden
ISBN: 9783789142932
Publikationssprache: Deutsch
16,95 Euro









Klappentext:
Ein Wald, der im Nebel ein Rätsel verbirgt. Ein Wanderer, der sich verirrt. Eine Geschichte, die dem Leser den Atem raubt. Nach Abschluss seiner Tischlerlehre begibt sich Jari auf Wanderschaft, um Freiheit und Natur zu genießen. Dabei trifft er auf Jascha, das bezauberndste Mädchen, dem er je begegnet ist, und folgt ihr zu ihrer Enklave mitten im Wald. Gefangen zwischen märchenhafter Schönheit und menschlichen Abgründen wird der harmlose Tischler zum unerbittlichen Jäger.

Zur Aufmachung:
Nun, der Titel passt sehr gut, auch wenn mich die dauernde Wiederholung des Themas im Buch etwas genervt hat. (Das klingt so negativ xD) Das Cover ist einfach toll! Es passt wunderbar zum Buch und ist schön mysteriös~

Rezension:
Ich muss zugeben, dieses Buch ist schwierig. Ich muss auch zugeben, es hat großes Abbruchpotential. Und dann muss ich noch zugeben, dass man sich für dieses Buch Zeit nehmen muss, viel Zeit, denn man kann es nicht mal so nebenher lesen. Es muss absolute Ruhe herrschen, man sollte es am besten am Stück lesen, sich voll auf dieses Werk einlassen und bereit sein in dieses Märchen einzutauchen.
Wer bereit ist das zu tun, den wird dieses Buch hoffentlich genauso umhauen wie mich. Noch nie konnte ich so tief in eine Buchwelt eintauchen und ich glaube auch, dass ich noch nie so fertig war nach dem beenden eines Buches. In "Solange die Nachtigall singt" geht es um den Wald, vorallem um die Schönheit des Waldes und die Liebe zur Natur. Ich war so tief in dem Buch drin, dass ich alles Beschriebene leibhaftig erlebt habe. Der Schreibstil hat, nach anfänglichen Startschwierigkeiten, mich so tief in das Buch eingesogen, dass ich die Geräusche des Waldes in den Ohren hatte, die Blätter, den Tau und den Wind auf meiner Haut spüren konnte, das knarzen von Erde, Blättern und Ästen unter meinen Füßen wahrgenommen habe. Ich habe die Beeren, die der Protagonist gegessen hat, geschmeckt und hatte die Schönheit vor Augen die auch er gesehen hat. Umso mehr ich in diesen Wald eingetaucht bin, desto mehr konnte ich die Gefühle und Handlungen von Jari nachvollziehen. Durch diese ganzen Empfindungen war das Buch für mich fast wie Magie.
Der einzige Kritikpunkt den ich zu diesem Buch äußern kann, ist dass der Schreibstil einen am Anfang total umhaut. Er kommt einem einfach "zu viel" vor. Es erscheint schon fast schwülstig wie hier beschrieben wird, und auf den ersten 100 Seiten war ich auch dauernd drauf und dran das Buch abzubrechen, aber genau das war es, was mich am Ende so begeistert hat.
Zwischendrin habe ich mich auch öfters gefragt, wohin dieses Buch wohl führen wird. Der Rote Faden war zwar da, aber wirklich erkennen konnte ich ihn nicht. Bis zum Ende hat Frau Michealis es mal wieder geschafft, dass ich nicht wusste, was eigentlich abgeht. Auch wenn man es vielleicht die ganze Zeit vor Augen gestellt bekommt, so zeigt sich erst zum Schluss, was Wahrheit ist und was Fiktion. Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass dieses Buch etwas besonderes für mich war, und einen gewissen Platz in meinem Herzen für immer einnehmen wird. Wahrscheinlich kann keiner diese Gefühle nachvollziehen der das Buch nicht genauso erfahren durfte wie ich, aber mich hat es einfach aus den Socken gehauen. So, warum ist es dann kein "Absoluter Favorit", ich weis es nicht, vielleicht weil ein gewissen Abbruchpotential da war, vielleicht auch, weil ich weis, dass dieses Buch nicht jedem gefallen wird... Wichtig ist jedoch nur, dass ich es toll fand!
Antonia Michaelis hat so eine extreme Wortgewalt, ich kann es kaum beschreiben. Zuerst der "Märchenerzähler" und jetzt "Solange die Nachtigall singt", machen sie zu einer meiner absoluten Lieblingsautoren, wenn nicht sogar zu meiner Nummer 1. Ich bin jetzt schon tierisch gespannt auf "Worte der weißen Königin" und alle ihre weiteren Werke.

Fazit:
Ein Werk das seines Gleichen sucht. Es hat mich einfach nur umgehauen, und ich denke wer dem Buch eine Chance gibt und sich richtig darauf einlässt dem wird es genauso gefallen wie mir.


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